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Hedgefonds

Ein Hedge-Fonds (von engl. to hedge [hɛdʒ], „absichern“) ist ein von einer Kapitalanlagegesellschaft aufgelegtes Kapitalmarktprodukt, an dem Kapitalanleger Anteile erwerben können. Mit dem eingeworbenen Kapital erwirbt der Fonds Wertgegenstände, insbesondere Wertpapiere aus unterschiedlichen Anlagebereichen, um das Anlagekapital auf den internationalen Finanzmärkten zu vermehren. Im Unterschied zu sonstigen Investmentfonds ist ein Hedge-Fonds sehr viel freier bei der Wahl seiner Anlagestrategie, sie wird vom Fondsmanager gewählt im Rahmen der Grenzen, die die Kapitalanlagegesellschaft dem Fonds bei Auflegung gesetzt hat. Für diesen Anlagerahmen gibt es international praktisch keine zwingenden Regeln. Daher können der Aufbau, die Zusammensetzung und das Anlagerisiko des Hedge-Fonds unterschiedlich sein. Die gewählte Strategie kann durch gesellschaftliche Veränderung (z. B. Quantum Funds), Marktbeobachtung und/oder z. B. durch Spekulation auf den Devisenmärkten zustande kommen. Die Vielzahl der möglichen Hedgefondsstrategien, die ein Fondsmanager je nach Risikobereitschaft für einen Hedge-Fonds nutzen kann, lassen sich fünf Hauptkategorisierungen zuordnen. Hedge-Fonds streben wie jeder Investmentfonds Gewinnmaximierung an. Hedge-Fonds, die außerhalb Deutschlands aufgelegt werden, unterliegen einer unterschiedlich starken Überwachung, agieren aber meistens ohne ein Kontrollsystem der Finanzmarktaufsicht, z. B. durch die Securities and Exchange Commission (SEC) in den USA (es gibt jedoch eine Registrierungspflicht) und haben meistens ihren Sitz in Offshores (Steueroasen). Zum Jahresende 2006 hatten Hedge-Fonds weltweit ein Volumen von rund 1,6 Billionen US-Dollar.

Alle Hedge-Fonds haben das Ziel, sowohl bei fallenden, als auch bei steigenden Kursen auf den Finanzmärkten eine so genannte absolute Rendite zu erzielen. Unter absoluter Rendite wird das Ziel verstanden, erzielte Gewinne periodisch an die Investoren zu verteilen und Verluste zu vermeiden. Der erste Hedge-Fonds wurde von Alfred Winslow Jones im Jahre 1949 gegründet. Jones verkaufte Aktien leer und kaufte andere. Damit erfand er gleichzeitig die erste Strategie für Hedge-Fonds (Long-Short). Er beabsichtigte damit Marktschwankungen abzusichern (hedgen). Die damalige Rechtsform von Hedge-Fonds stimmt mit der deutschen Kommanditgesellschaft überein (limited partnership). Klassische Hedge-Fonds waren nie Fonds, wie der Begriff in Deutschland entsprechend dem Investmentgesetz verstanden wird. Der Erfolg von Hedge-Fonds ist in hohem Maße vom Geschick des Fonds-Managers und den verwendeten finanzmathematischen/ökonometrischen Modellen, wie zum Beispiel dem Black-Scholes-Modell, abhängig. Die Vorgehensweise des Fonds-Managers kann durch das hohe Maß an Risiko bzw. Spekulation die Form einer Wette haben. Die Aufnahme von Fremdkapital, bis zu einem mehrfachen des Eigenkapitals (leverage) ist üblich, um die Rendite weiter zu steigern. Von Fonds-Managern wird erwartet, dass sie sich an dem Fonds beteiligen und gegebenenfalls persönlich haften. Im Gegenzug werden die Manager sehr gut bezahlt, es wird oft von der 2/20 Regel gesprochen. Hierunter werden 2% Verwaltungsgebühr (vom Fondsvolumen) und 20% Gewinnbeteiligung verstanden.

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© Thomas Gerber 2007